Beauty Mandy - Wild Bandit

 

Wenn Du mit den Tieren sprichst,
werden sie mit Dir sprechen,
und Ihr werdet Euch kennenlernen.
Wenn Du nicht mit ihnen sprichst,
dann werdet Ihr Euch nie kennenlernen.
Was Du nicht kennst, wirst Du fürchten.
Was Du fürchtest, zerstörst Du.

 

Für ein Tier bedeutet dies; Nackenschütteln = ich töte dich!!!
Daher sollte niemals ein Hund im Nacken geschüttelt werden.

 

Etwas ganz wichtiges in Verbindung mit unseren „Vierbeinern“ sind die sogenannten „Calming Signals“ bzw. Beschwichtigungssignale, mit denen sich – meiner Meinung nach – jeder Hundehalter einmal auseinandersetzen sollte.
Unsere Hunde senden immer dann Beschwichtigungssignale aus, wenn sie etwas beunruhigt oder sie merken, dass jemand anderes (egal ob Hund oder Mensch) beunruhigt ist. Sie beschwichtigen damit sich selbst aber genauso ihr gesamtes Umfeld.
Hund benutzen diese Signale sowohl bei anderen Hunden als auch bei Menschen. Das Problem ist nur, dass sie unter Ihresgleichen immer eine Antwort erhalten; der Umgang mit Menschen kann hingegen sehr frustrierend sein für einen Hund, da er oftmals – aus Nichtwissen – keine Antwort erhält oder noch schlimmer wir bestrafen unseren Hund, da wir diese Beschwichtigungssignale als Ungehorsam oder Sturheit ansehen. Aus diesem Grund haben viele Hunde auch verlernt, Beschwichtigungssignale auszusenden, da sie sich das gar nicht mehr trauen, da sie von ihrem Herrchen oder Frauchen hierfür schon einmal bestraft wurden.

Was sind denn nun die „Calming Signals“ bzw. Beschwichtigungssignale?
Calming Signals decken sich mit den sogenannten „Cut off signals“ bei den Wölfen, die von den Wölfen eingesetzt werden, um Agressionen zu stoppen, d. h. hiermit werden Konflike von vorneherein abgewehrt! Bei unseren heutigen Hunden sind diese Signale nicht mehr ganz so deutlich, aber auf jeden Fall noch genauso vorhanden (vorausgesetzt sie wurden nicht von den Hundehaltern „weggestraft“), nur braucht man ein bisschen Training und Erfahrung, um diese zu erkennen.
Man kann diese selbst auch sehr gut anwenden, um seinen Hund zu beschwichtigen oder gar zu beruhigen.
Ich möchte Ihnen hier ein paar der wichtigsten und häufigsten vorstellen, damit Sie sich einfach ein Bild machen können, worum es bei diesen Signalen geht:

Den Kopf abwenden
Der Hund dreht den Kopf erst zur einen und dann zur anderen Seite oder er wendet den Kopf für eine längere Zeit ab. Der Hund setzt beispielsweise dieses Signal ein, wenn ein anderer Hund zu schnell auf ihn zukommt oder aber auch wenn wir uns über den Hund beugen und ihn umarmen – er kann nicht weg und dies löst für ihn Streß aus. Er fühlt sich unwohl und zeigt uns dies. .

 

 Augenlider senken, Augenzwinkern
Auch dies ist ein Beschwichtigungssignal und dies setzt z. B. der Hund bei einer für ihn unangenehmen Umarmung ein, bei der er nicht den Kopf abdrehen kann. Dann signalisiert er das selbe wie oben mit den Augen.

Sich abwenden; Kopf, Seite, Rücken
Wenn ein Hund die Flanke oder Hinterteil jemanden zudreht, so ist dies ein sehr starkes Beschwichtigungssignal. Dieses Signal kann der Hund einsetzen, wenn jemand plötzlich auftaucht oder wenn der erwachsene Hund zu sehr von Welpen und Junghunden „gequält“ wird.

Die Nase lecken
Ein Hund leckt sich das Maul bis hin zur Nase, wenn er sich unsicher fühlt. Dies ist z. B. oft auf dem Hundeplatz zu beobachten, wenn der Hund im Training verunsichert ist, weil z. B. Befehle bzw. Kommandos vom Hundeführer zu streng kommen oder wenn der Hundeführer eine bedrohliche Haltung eingenommen hat.

Langsame Bewegungen
Schnelle Bewegungen wirken für den Hund bedrohlich – langsame Bewegungen sind beruhigend und beschwichtigend. Sie kennen das doch bestimmt auch – Ihr Hund verlangsamt an der Leine das Tempo. Völlig verkehrt ist es hier, den Hund mit einem strengen Kommando und Leinenruck beizuholen, denn er beschwichtigt. Schauen Sie sich lieber einmal um, ob es etwas geben könnte, dass Ihren Hund beunruhigt.

Bogen laufen
Die Situation kennen viele von Ihnen bestimmt auch. Sie rufen Ihren Hund beim Spaziergang und er kommt nicht zurück – wahrscheinlich haben Sie es auch eilig. Man steht da und wird immer wütender. Der Name des Hundes kommt immer barscher. Dies merkt natürlich auch der Hund und er wird in den meisten Fällen nicht direkt zu Ihnen zurücklaufen sondern einen kleinen (oder auch einmal größeren) Bogen laufen. Er ist also in diesem Moment nicht stur (hiervon war meine Frau am Anfang auch überzeugt), sondern er beschwichtigt und versucht sie so zu beruhigen.

Das Erstarren / Einfrieren
Ihr Hund bleibt in stehender, sitzender oder liegender Haltung starr und bewegt sich nicht. Der Hund versucht auch hier zu beschwichtigen bzw. sein Gegenüber zu beruhigen. Die Hundesportler unter Ihnen kennen dies bestimmt auch: Sie rufen Ihren Hund aus der Platzübung ab – vielleicht war die Trainingsstunde extrem schlecht, Sie sind wütend und die Geduld am Ende – und Ihr Hund bleibt liegen!  Auch dies ist einfach nur ein Beschwichtigungssignal – der Hund versucht zu beschwichtigen und zu beruhigen. Das schlimmste was wir hier natürlich dann tun können ist zu schimpfen, aber ich glaube, das ist wohl den Meisten schon passiert – einschließlich meiner Frau – aber dies bedeutet die völlige Fehlkommunikation zwischen Hund und Mensch!

Das Wedeln
Wedeln bedeutet oftmals Freude, kann aber auch ein Beschwichtigungssignal sein, wenn der Hund auch andere Signale des Ausdrucksverhaltens mit einsetzt. Ein Beispiel: Er hat zuhause ihren Lieblingsschuh kaputtgebissen und sie schimpfen aus der Ferne mit ihm bzw. nehmen eine für ihn bedrohliche Haltung ein. Unter Umständen kommt der Hund in abgesenkter Stellung auf Sie zu, senkt den Blick dabei und wedelt mit dem Schwanz. Dies ist ein Beschwichtigungssignal Ihnen gegenüber und das Wedeln ist quasi die weiße Fahne – bitte verschon’ mich!

Das Hinsetzen
Manchmal setzt sich der Hund einfach hin – manchmal sogar um einen größeren Effekt zu erzielen wendet er den Rücken zu bevor er sich hinsetzt. Warum macht er das? Er will wieder beschwichtigen, d. h. die Situation entschärfen und Sie vielleicht beruhigen.

Das Hinlegen
Legt sich ein Hund auf den Rücken mit Bauch und Beinen nach oben so ist dies oft Unterwerfung. Legt er sich auf den Bauch, die Beine am Boden, so ist dies etwas völlig anderes. Dies ist eins der stärksten Beschwichtigungssignale, die es gibt. Oftmals legt sich ein ranghoher Hund hin, um Ruhe und Ordnung im Hunderudel einzubringen. Der Hund kann dieses Signal einsetzen, wenn das Treiben um ihn herum zu wild wird. Ein erwachsener Hund legt sich hin, um einen anderen unsicheren Hund zu beruhigen.

Das Gähnen
Wir gähnen weil wir müde sind – das ist bei Hunden zwar auch so, aber sie benutzen das Gähnen auch oft als Beschwichtigungssignal. Der eine oder andere unter Ihnen hat bestimmt schon beboachtet, dass der Hund z. B. beim Tierarzt gähnt oder wenn Sie z. B. mit Ihrem Partner streiten. Der Hund versucht auch hier zu beschwichtigen bzw. diesen für ihn vorhandenen Konflikt so zu lösen oder den Streß sozusagen von sich „abzugähnen“.

Am Boden schnüffeln
Hunde schnüffeln nicht nur der Gerüche wegen sondern auch um zu beschwichtigen, eben um zu beruhigen oder um zu zeigen „ich tue Dir nichts“. Stellen Sie sich noch einmal vor, Sie sind mit Ihrem Hund spazieren (hatten wir ja schon einmal weiter oben), er ist einmal wieder nicht dazuzubewegen zurückzukommen sondern hat etliche Aufträge, die erst einmal erledigen muß wie buddeln, Vögel jagen was auch immer. Sie stehen da mit der Leine in der Hand aber kein Hund in Sicht. Sie sind außer sich vor Wut und rufen Ihren Hund entsprechend. Irgendwann kommt er wieder, er sieht an Ihrer Haltung und hört an Ihrer Stimme, dass Sie nicht gut auf ihn zu sprechen sind. Er verlangsamt somit sein Tempo, läuft dann vielleicht noch im Bogen zu Ihnen zurück und schnüffelt dabei.  „Sturer geht es nicht!!“ denken Sie vielleicht, aber in Wirklichkeit beschwichtigt Ihr Hund nur und will sie so beruhigen bzw. er „bittet um Gnade“. Hier jetzt mit dem Hund zu schimpfen, ist natürlich völlig falsch!

Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde 

 

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!