Beauty Mandy - Wild Bandit

 

 

Mit den Augen eines Wolfes

Seid den Zeiten , als nur Sonne und Mond uns Licht gaben , kannte ich Dich .
Aus den riesigen und undurchdringlichen Wäldern heraus beobachte ich Dich .
Ich war Zeuge , als Du das Feuer bändigtest und fremdartige , neue Werkzeuge machtest .
Von den Kümmen der Hügel und Berge aus sah ich Dich jagen und beneidete Dich um Deine Jagderfolge .
Ich frass Deine Beutereste und Du frasst meine Beutereste .
Ich lauschte Deinen Gesängen und sah Deinen Schatten um die hellen Feuer tanzen .
In einer Zeit so weit zurück , dass ich mich kaum mehr erinnern kann , schlossen sich einige von uns Dir an , um mit Dir an den Feuern zu sitzen .
Sie wurden Mitglieder Deines Rudels , jagten mit Dir , beschützten Deine Welpen , halfen Dir , fürchteten Dich , liebten Dich .
Und für sehr lange Zeiten lebten wir so zusammen , denn unsere Wesen waren sich sehr ähnlich .
Deswegen hast Du die Zahmen von uns adoptiert .
Ich weiss , einige von Euch respektieren auch mich , den Wilden .
Ich bin ein guter Jäger .
Auch ich respektiere Dich .
Auch Du warst ein guter Jäger .
Ich sah Dich oft gemeinsam mit den Zahmen Beute erlegen .
In jenen Zeiten gab es alles im überfluss .
Es gab nur wenige von Euch .
Die Wälder waren gross .
Wir heulten zusammen mit den Zahmen in der Nacht .
Einige von Ihnen kerten zu uns zurück , um mit uns zu jagen .
Einige von Ihnen frassen wir , denn Sie waren uns zu fremd geworden .
So lebten wir zusammen für lange , lange Zeiten .
Es war ein gutes Leben .
Manchmal stahl ich von Deiner Beute und Du stahlst von meiner Beute .
Erinnerst Du Dich , wie Dein Rudel hungerte , als der Schnee hoch lag ?
Du frasst die Beute , die wir erlegt hatten .
Das war unser Spiel .
Das war unsere gegenseitige Schuld .
Manche nannten es ein Versprechen . 
Wie viele der Zahmen aber wurdest auch Du uns immer fremder .
Wir waren uns einst so ähnlich , aber jetzt erkenne ich einige der Zahmen nicht mehr und ich erkenne auch einige von Euch nicht mehr .
Du machtest auch die Beute zahm .
Als ich begann , Deine zahme Beute zu jagen ( es waren dumme Kreaturen , auf die die Jagd keine Herausforderung war , aber die wilde Beute verschwunden ) jagtest Du mich und ich verstand nicht , warum .
Als Deine Rudel immer grösser wurden und begannen , gegeneinander zu kämpfen , sah ich Eure grossen Kriege .
Ich frass jene , die Du erschlagen hattest .
Dann jagtest Du mich noch mehr , denn für mich waren Sie Nahrung , aber Du hattest Sie getötet .
Wir Wilden sind nur noch wenige .
Du zerstörtest unsere Wälder und brachtest viele von uns um .
Aber ich jage immer noch und füttere meine versteckten Welpen , wie ich es immer getan habe .
Ich frage mich , ob die Zahmen eine Wahl trafen , als Sie sich Euch anschlossen .
Sie haben den Geist der Wildnis vergessen .
Es gibt viele , viele von Ihnen , aber Sie sind mir so fremd .
Wir sind nur noch wenige und ich beobachte Dich immer noch , um Dir auszuweichen .
Ich denke , ich kenne Dich nicht mehr länger !!!
 
            

Eine kleine Einleitung

Eigentlich wissen wir erstaunlich wenig über diese bewundernswerte Tiere ....
Von Geburt an zeigen Sie eine individuelle Persönlichkeit und bestimmte Vorlieben . Die ausdauernden Tiere nehmen keine Rücksicht auf menschliche Ängste oder Grenzen - Sie wandern da hin , wo es etwas zu fressen gibt . Wölfe müssen zäh sein . Sie leben nicht nur an den unwirklichsten Orten der Erde , Sie müssen auch die Nachstellung des gefährlichsten Wesens dieses Planeten überstehen - des Menschen . Wölfe : erschossen - in Fallen gefangen - vergiftet - vom Menschen gejagt . Doch immer wieder sind die anpassungsfähigen Jäger für Überraschung gut . Es ist schon traurige Iroie , dass Wölfe uns jahrhundertelang verhasst waren und Ihr Abkömmling , der Hund unser treuester Begleiter wurde . Dabei sind seine geschützten Eigenschaften : Aufmehrksamkeit , Intelligenz , Anhänglichkeit direktes Erbe seiner wilden Vorfahren . Auch wenn wir den wilden Rudeltieren so manche ähnlichkeit mit uns selbst zu erkennen meinen , bleiben Sie uns doch wesensfremd ....
 
              

Wölfe ???

Sehen wir vom Menschen ab , hette der Wolf unter allen Säugetieren dir grösste natürliche Verbeitung . Er lebte in ganz Nordamerika , von den arktischen Inseln und Nordgrönland bis tief nach Mexiko hinein , sowie in Eurasien von der Polarküste im Norden bis in den Süden Indiens , von den Britischen Inseln und der Atlantikküste im Westen bis zum Pazifik und zu den Inseln Japan im Osten . Das ist ein Gebiet von etwa 70 Millionen Quadratkilometer - mehr als die Hälfte der gesamten Landoberfläche der Erde . Wie kein anderes Tier hat der Wolf sein Verbreitungsgebiet auch flächendeckend genutzt und in jeder Form terrestrischer ökosysteme gelebt : von der baumlosen Tundra im Norden über den Nadel- , Mischwaldgürtel bis in die Steppen und Wüsten des Südens , ja sogar bis in den tropischen Regenwald südlich des nördlichen Wendekreises , vom Küstennahen Tiefland bis ins Hochgebirge , in den kältesten und in den wärmsten Regionen der Erde , in der Wlidnis wie der Kulturlandschaft , in völlig menschenleeren Gebieten wie in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen . Ganz seiner ökologischen Potenz entsprechend zeigt der Wolf auch dir grösste innerartliche Variabilität aller Tierarten . Wiegt der auf der Arabischen Halbinsel lebende Wolf , die kleinste Wolfsunterart , kaum zwanzig Kilogramm , so erreichen grosse Exemplare in Alaska und in Sibirien ein Gewicht von über achtzig Kilogramm . Und während grau die vorherrschende Farbe Ihres Fells ist , sind die Wölfe in manchen Gebieten fast rot , in anderen tiefschwarz , in wieder anderen völlig weiss .

                     

Die einen Wölfe töten regelmässig Beutetiere , die , wie der Elch , zehn - bis fünfzehn mal grösser sein können , als Sie selber sind , die anderen leben nur von Kleinsäugern und Insekten oder ernähren sich gar von Abfällen des Menschen . Es gibt Wölfe , die in stabilen Rudeln von bis zu zwanzig oder mehr Tieren leben und solche , die ein Leben lang alleine auf Jagd gehen , Wölfe , die jeden Kontakt mit Menschen meiden , und solche , die sich nur noch im Umkreis menschlicher Siedlungen aufhalten . Unter allen Tieren war es der Wolf , der sich gegen Ende der letzten Eiszeit , vor etwa 15000 Jahren , als erster dem Menschen angeschlossen und so zum ersten Haustier wurde , dem Hund . Als " Hauswolf " breitete Er sich dann in Begleitung des Menschen noch weiter aus und besiedelte bald alle bewohnbaren Lebensräume der fünf Kontinente . Hier leitete sein Vorhandensein jeweils langsam die grösste Kulturrevolution in der Geschichte eines Volkes ein : den Übergang vom freien Leben als nomadisierende Jäger und Sammler zur Sesshaftigkeit als Bauern und Hirten .
Trotz der engen Bindung des Menschen zum Hund löste dessen wilder Stammvater wie kein anderes Tier in seinem Verbeitungsgebiet bei den Menschen zugleich Angst und Faszination aus .

              

Für die Indianer war der Wolf der Bruder , ein Teil der geehrten Natur , für viele andere Naturvölker ein Totem , der Ursprung Ihrer Existenz . Der Mongolenherrscher Dschindis Khan war stlz auf seine Abstammung von dem mythischen Wolf Bort-a-Tschao , während Wotan , Kriegsgott der Germanen , von den beiden Wölfen Geri und Freki begleitet wurde . Bei den Römern der Antike war die Wölfin als Ziehmutter der Stadtgründer Romulus und Remus Symbol der Aufopferung und der Mütterlichkeit . Für die Bauern des Mittelalters indessen war der Wolf der leibhaftige Satan , für die damaligen Ritter aber zugleich die wertvollste Beute Ihrer wilden Jagden hoch zu Ross .

In unseren Fabeln lassen sich Griesemund und Isegrim humorlos , griesgrämig und nicht selten tölpelhaft vor allem von dem kleinen Reineke , dem Fuchs , überlisten , während im Märchen der böse Wolf blutrünstig die sechs Zieglein verschlingt - das siebende kann sich verstecken - , ebenso die Grossmutter und ein kleines Mädchen mit rotem Käppchen , die dann freilich , wie wir alle wissen , am Ende doch noch von dem ach so guten Jägersmann gerettet werden . Später dann Inbegriff desjenigen , der sich im Daseinskampf durchsetzt , und in dieser Eigenschaft noch in unserem Jahrhundert politisch missbraucht , gilt der Wolf heute manchen Zeitgenossen als letzten Bastion einer vermeintlich intakten nördlichen Wildnis , als verkannter Held im neuromantischen Traum  von unverdorbenen Leben in ungeschädeter Natur .
Diese unterschiedlichen Wolfsbilder werden zudem fast überall von der Vorstellung überlagert , der Wolf sei eine gefährliche Bestie , die wahllos Vieh , Weib und Kind anfalle - das Raubtier schlechthin . Kein Tier wurde daherr so gehasst wie der Wolf . Regelrechte Kriege wurden gegen Ihn geführt und noch heute entzünden sich an Ihm wie an keinem anderen Tier erbitterte Auseinandersetzungen zwischen Naturnutzern und Naturschützern , zwischen Jägern und Hirten einerseits und denjenigen andererseits , die meinen , wir müssten aufhören , die Natur zu schänden , oder gar damit beginnen , Wiedergutmachung an Ihr zu leisten . All diese Projektionen des Menschen auf den Wolf haben mit dem Wolf selbst wenig zu tun . Sie entstammen vielmehr den nur langsam sich wandelnden moralischen Wertvorstellungen innerhalb der verschiedenen menschlichen Gesellschaften . Wie sonst wäre etwa das Rotkäppchensyndrom in unerem Kulturkreis erklärbar , obwohl der Wolf , als dessen Verursacher , meistenorts seit hundert und mehr Jahren verschwunden ist ? Hier hat sich etwas verselbstständigt , zu dessen Erklärung es kaum noch Kenntnisse über den Wolf bedarf . Moralische Kategorien wie Gut und Böse , Mutig und Feige , Treu und Falsch , Tugendsarm und Lasterhaft sind jedenfalls weder aus Vorgängen in der Natur für uns ableitbar noch von uns auf Sie übertragbar ....

             

Nordamerikanische Unterarten von Canis lupus

Name Wissenschaftlicher Name  Kurze Beschreibung ( Lebensraum , Grösse , Fellfarbe usw. ) 
Kenai Peninszla Wolf  
 Canis lupus alces
 
 Ausgestorbene Wolfsart , die in Alaska lebte und sehr gross wurde . Die Artbestimmung und Feststellung der Grösse wurde anhand von Schädelfunden vorgenommen .
Melville Island Wolf  
Canis lupus arctos
 
 Diese Wolfsart lebt nur auf den arktischen Inseln von Melville Island bis Ellesmere Island . Weisser Wolf von mitteler Körpergrösse .
Mexikanischer Wolf  
 Canis lupus  baileyi
 
 Der kleinste Nordamerikanischer Wolf . Lebensraum ist die Sierra Madre und die umgebende Region von West - Mexiko . Streifte einst auch durch Arizona und Neu - Mexiko .
Neufundland Wolf                 
Canis lupus  beothucus                   
 
Ausgestorbene Wolfsart von durchschnittlicher Körpergrösse . Weisses Fell . 
Banks Island Tundra Wolf  
Canis lupus bernardi

 

Diese Wolfsart lebt auf Banks Island in den nordwestlichen Territorien . Grosser Wolf mit meisst weissem Fell , das auf dem Rücken schwarze Spitzen hat .  
Britisch Columbian Wolf  Canis lupus columbianus Eine der grössten Wolfsarten die bis zu 65 Kg schwer werden kann . Lebensraum ist Britisch - Columbien in Kanada . Fell ist entweder grau oder schwarz .  
Vancouver Island Wolf  
Canis lupus crassodon
 
Wolf von mittlerer Körpergrösse mit grau - schwarzem Fell .  
Cascade Mountains Wolf                                              Canis lupus fuscus                               War einst wegen seines Zimtfarbenen Fells als der " braune Wolf " bekannt . Gewicht ca. 40 - 50 kg . Durchschnittliche Körpergrösse . Es ist nicht bekannt , ob heute noch Wölfe dieser Art leben .  
Hudson Bay Wolf  Canis lupus  Wolfsart , oft auch Tundrawolf genannt , mit hellem Fell und durchschnittlicher Körpergrösse . Das Winterfell ist fast weis . Lebensraum sind die Gebiete westlich und nördlich der Hudson Bay , wo sie den südlich ziehenden Karibuherden folgen .  
Kein Name  
Canis lupus 
griseoalbus 
Es wird vermutet , dass diese Wolfsart in Zentra - Manitoba und im nördlichem Saskatchewan lebt . Seine Existenz wurde allerdings bisher nicht nachgewiesen . Der Streit , ob es sich hier wirklich um eine eigene Unterart handelt , dauert an .  
Northern Rocky Mountain Wolf Canis lupus irremotus  Wolfsart von durchschnittlicher bis überdurchschnittlicher Körpergrösse mit hellem Fell . Der Lebensraum erstreckt sich von den nördlichen Rocky Mountains bis nach Southern - Alberta in Kanada . In den USA gilt Er als ausgestorben . Neuste Meldungen berichten aber von ein paar Sichtungen dieser Art im Glacier Nationalpark . In der Tat sollen auch in Montana Wölfe dieser Unterart leben .  
Labrador Wolf                                Canis lupus labradorius                  Wlofsart , dessen Fellfarbe von dunkelgrau bis fast weiss reicht . Durchschnittliche Körpergrösse . Lebensraum ist Northern Quebee und Labrador .  
Alexander Archipelago Wolf  Canis lupus ligoni  Diese Wolfsart ist kleiner als die meisten Nordamerikanischen Wolfsarten . Kurzes Haar von dunkler Farbe . Fast schwarze Tiere mit grauem Unterfell sind normal .  
Eastern Timber Wolf  Canis lupus lycaon  Die am weitesten verbreiteten Unterarten . Ihr Lebensraum umfasst die östlichen USA , incl. Florida bis West - Minnesota . Fell varriert in jeder nur vorstellbaren Farbe .  
Mackenzie Tundra Wolf  Canis lupus mackenzii  Wolf von mittlerer Körpergrösse . Die Fellfarbe reicht von schwarz bis weiss . Lebensraum ist die arktische Küste in den nordwestlichen Territorien östlich des Mackenzie - River und südlich des Great Bear Lake  
Baffin Island Tundra Wolf               Canis lupus manningi               Der kleinste der Artkischen Wölfen . Lebensraum ist Baffin Island . 
Mogollon Mountain Wolf Canis lupus mogollonensis Ausgestorbene Wolfsart . Lebensraum war Zental - Arizona und Neu - Mexiko . Die Fellfarbe war normalerweise dunkel mit ein wenig weiss . 
Texas Grey Wolf Canis lupus monstrabilis Ausgestorbene Wolfsart . Lebensraum war Texas und das nordöstliche Mexiko . Kleine Körpergrösse mit normalerweise dunklem Fell . Einige weisse Tiere sind auch bekannt gewesen . 
Great Plains Wolf oder Buffalo Wolf  
Canis lupus 
nubilus    
Gilt als ausgestorben . Streifte eins durch Süd - Manitoba und Saskatchewan , Kanada , bis Nord - Texas . Mittlere Grösse mit verschiedenfarbigen Fell .  
Mackenzie Vally Wolf                        Canis lupus occidentalis                       Diese Wolfsart lebt im oberen Mackenzie River Vally und weiter im Süden bis nach Alberta . Eine der grössten Wolfsarten Nordamerikas . Die Fellfarbe kann von fast schwarz bis zu einem reinem weiss variieren . 
Greenland Wolf Canis lupus orion Möglicherweise Ausgestorben . Beweise , dass diese Art nicht mehr existiert , liegen jedoch nicht vor . Viele Wissenschaftler vermuten , dass dieser Wolf eine Unterart von Canis lupus arctos ist . 
Interior Alaskan Wolf Canis lupous pambisileus Eine der grössten Wolfsarten Nordamerikas . Lebensraum ist das innere Alaska mit Ausnahme der Tundraregionen und der arktischen Küsten . 
Alaska Tundra Wolf  Canis lupus tundrorum  Grosser Wolf mit langem , hellen Fell . Lebensraum sind die Tundragebiete von Alaskas arktischer Küste .  
Southern Rocky Mountain Wolf                    Canis lupus youngi                        Ausgestorben . Lebensraum war die Rocky Mountains - Region von Nevada , Utah und Colorado . Durchschnittliche Körpergrösse mit hellem Fell .

Eurasische Unterarten von Canis lupus

Tundra Wolf                             Canis lupus albus                                                           Dieser Wolf lebt in der eurasischen Tundra und Wald - Tundra von Finnland bis nach Kamtschatka . Grosser Wolf mit langem , hellen Fell , ähnlich wie sein Amerikanisches Gegenstück Canis lupus tundrarum .  
Arabischer Wolf  Canis lupus arabs  Wolf von kleiner Statur mit einem kurzen , dünnen Fell . Lebensraum ist Südarabien .  
Steppen Wolf  Canis lupus campestris  Der Steppenwolf ist ein kleiner Wolf , der in den Wüsten und Steppen Zentralasiens lebt . Er hat ein grobes , kurzes Fell von stumpfgrauer Farbe mit leichtem Okereinschlag .  
Tibetanischer Wolf  Canis lupus laniger  Wolf von mittlerer Körpergrösse mit langem Fell . Lebensraum ist Zentralchina , die Manschurai , die Mongolei , Tibet und das südwestliche Russland .   
Europäischer
Wolf
( Gemeiner Wolf )
Canis lupus lupus                                         Wolfsart die ehemals in ganz Europa und in den Wäldern Russlands lebte . Mittelgrosser Wolf mit rauhem , dunklem Fell .  
PallipeswolfCanis lupus pallipes  Der Lebensraum dieser Wolfsart ist der Iran , Indien und die Länder dazwischen .  

Andere Unterarten von Canis lupus

Hund                   Canis lupus familiaris                                  Die wohl bekannteste Wolfsart : Unser Haushund . Im Laufe der letzten 10000 bis 15000 Jahre in einem unglaublichen Variantenreichtum vom Menschen domestiziert , aber nachweislich ein Nachfahre des Grauwolfes ( Canis lupus ) .  
Dingo Canis lupus familiaris dingo  Der Australische Dingo ist ein wieder verwilderter Haushund der australischen Ureinwohner ( Aborigines ) .  

             

Das Wolfsfell

Das Wolfsfell zeigt viele Farbtönungen . Selbst das Fell eines grauen Wolfes setzt sich aus verschiedenen Farbtönen zusammen . Schwarz- , weiss- , grau- und braungefärbte Haare vermischen sich zu einem Gesamtton , der sich vorwiegend auf dem Rücken und Schwanz verdunkelt . Die Bauchregion , Läufe , die Ohren und die Schnauze sind meist gelbbraun . Alte Wölfe sind grauer als Ihre jüngeren Weggefährten . Der Wolf hat ein Doppelfell und drei " Umhänge " . Das bis zu 10 cm lange Deckhaar bildet eine Art Schirm , der Regenwasser wie ein imprägnierter Regenmantel abstösst . Das Unterfell dient der Wärmeerhaltung im Winter . Der Wolf verliert es im Frühjahr . Dies ist vor allem in Regionen wie der mexikanischen Wüste wichtig , wo die Temperaturen im Jahr zwischen -50°C und 45°C schwanken können ! Die Farbgebung des Wolfes erschwert es , Ihn in seiner natürlichen Umgebung auszumachen . Die Farbe des Fells geht im Hintergrund auf und macht Ihn nahezu unsichtbar . Das Fell solcher Wölfe , die sich vorwiegend in den Wäldern aufhalten , ist oft schwarz . In Gebieten , wo die Farben des Pflanzenbewuchses wechseln , haben auch die Wölfe oft mischfarbige Felle . Das Gesicht des Wolfes ist so entwickelt , dass es den Blick auf die Augen lenkt , da der Augenkontakt von hoher Bedeutung ist . Das Feld um den Augen unterstreicht deren Ausdruckskraft , indem es sie viel grösser erscheinen läst , als sie wirklich sind . Die Ränder der Ohren sind hell eingefärbt , um einen Kontrast zu einem hellen Hintergrund zu bilden . Das Innenohr ist dunkel gefärbt , um einen Kontrast zu einem hellen Hintergrund zu bilden . So sind die Ohren fast immer deutlich erkennbar . Das Fell dient aber auch der Kommunikation . Der Wolf kann sein Fell sträuben und wirkt dadurch grösser . Bei Rangstreitigkeiten wird dies oft als zusätzliche Drohgebärde eingesetzt .

             

Das Gehör

Wölfe haben ein hochentwickeltes Gehör . Sie können bis zu 10 km entfernte Geräusche hören , sogar Hochfrequenztöne , die kein Mensch wahrnehmen kann , wie z.B. die Laute der Fledermäuse und Tümmler . Selbst im Schlaf stellen die Wölfe Ihre Ohren auf , um jegliche Geräusche in Ihrer Umgebung wahrzunehmen . Dadurch sind Sie ständig über mögliche Beute informiert und werden frühzeitig vor sich nähernder Gefahr gewarnt . Ihre grossen , spitz zulaufenden Ohren funktionieren wie Trichter . Sie können dadurch ungleich mehr Geräusche und Töne einfangen als der Mensch . Der Wolf kann auch leicht bestimmen , von wo ein Geräusch kommt . Er dreht seine Ohren einfach in die Richtung des Geräusches . Auf diese Weise macht Er sogar kleine Nagetiere im Tiefschnee aus .

             

Der Sehsinn

Wölfe besitzen ein relativ schlechtes Sehvermögen . Sie können die Mitglieder des eigenen Rudels nur bis zu einer Entfernung von 30 - 50 m identifizieren . Die ausdrucksstarken Gesichtsmerkmale und die Ohren besitzen für die gegenseitige Wahrnehmung der Wölfe daher grosse Bedeutung . Die Myopie der Wölfe beruht auf dem Fehlen der Fovea Centralis , einer kleinen Ausbuchtung in der Mitte der Netzhaut des Auges . Sie erhöht bei Menschen , Affen und einigen anderen Tierarten die Sehstärke um ein Vielfaches . Es ist natürlich unmöglich festzustellen , wie deutlich ein Wolf wirklich sieht , wenn Er etwas direkt anblickt . Doch dürfte sein Sehbild im Nahbereich in etwa einem unscharfen Foto gleichen , das mit weit geöffneter Blende und sehr kurzer Belichtungszeit aufgenommen wurde . Trotzdem können Wölfe eine Gestalt , vor allem , wenn sie sich bewegt , mit bemerkenswerter Präzision ausmachen . Selbst die geringste Bewegung einer Fliege in 3 m Entfernung wird von Ihnen wahrgenommen ; grössere Tiere , die sich bewegen , werden problemlos noch in weit grösserer Distanz erkannt . Auch die Wolfsaugen sind wie beim Menschen nach vorne gerichtet , so das sich die Blickfelder beider Augen in einem grossen Bereich überschneiden und dadurch binokulares ( Dreidimensionales ) Sehen ermöglichen . Das ist wichtig , um Entfernungen abzuschätzen . Fast alle Landraubtiere haben diesen " 180° - Blick " . Strittig ist die Frage , ob der Wolf farbenblind ist oder nicht . Fest steht , dass Er nicht dasselbe Farbenspektrum wie der Mensch wahrnehmen kann , da die physische Struktur der beiden Augenarten sich zu sehr unterscheidet . Das Dunkel - oder Nachtsehvermögen der Wölfe übertrifft das des Menschen aber bei weitem . Wölfe können bei Dunkelheit nicht nur mehr , sondern auch sehr viel weiter sehen .

 

             

Der Geruchssinn

Der mit Abstand wichtigste Sinn für Wölfe und Hunde ist der Geruchssinn . Dieser ist nach heutigem Wissen mindestens 100 bis 1000 mal besser ausgeprägt als der des Menschen . Unter guten Bedingungen können Wölfe eine Beute noch auf bis zu 3 km Entfernung riechen . Spuren können noch nach drei Tagen wahrgenommen werden . Der Geruchssinn spielt aber nicht nur auf der Jagd eine Rolle , sondern die Wölfe erkennen sich auch gegenseitig am Geruch . Weiterhin wird mit individuellen Duftmarken ( Urin , Kot ) das " Homerange " markiert . ( Die Begriffe " Rivier " oder " Territorium " sind inzwischen veraltet und von Verhaltensforschern durch die Bezeichnung " Homerange " ersetzt worden ) .

             

Die Pfoten und Läufe

Die Vorderpfoten haben fünf , die Hinterpfoten nur vier Zehen . Sie messen bis zu 13 cm . Robust und widerstandsfähig im geballten Zustand , lassen sich die Zehen der Pfoten auch ausspreizen , um kleinere Objekte , wie Steine oder Holzstücke , zu greifen oder über schwieriges Terrain zu klettern . Im Laufen belässt der Wolf seine Pfoten im geballten Zustand , um die Auftrittsfläche und Reibung zu reduzieren . Um im Schnee leichter voranzukommen , übernimmt abwechselnd ein Wolf die Führung , alle anderen folgen Ihm in der gelegten Spur . Wölfe laufen auf Ihren Zehen , dadurch verlängern Sie Ihre Läufe und erreichen eine höhere Geschwindigkeit ( bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 65 km/h )

              

Die Rangordnung im Wolfsrudel

Wölfe leben in einem komplexen Familienverband , in dem jedes Mitglied seine bestimmten Aufgaben hat und in dem es eine Hirarchie oder Rangfolge gibt . 

Alphawölfe

Die Anführer eines Rudels sind das Alpha - Männchen und Alpha - Weibchen , die man an Ihrem hochgestellten Schwanz erkennen kann ( Bild 1 ) . Als Eltern der meisten Angehörigen des Rudels übernehmen Sie naturgemäss die Führung . Die Autorität wird fortwährend mit Erziehungsmassnahmen gegenüber den Abkömmlingen unterstrichen . Alpha - Wölfe sind normalerweise voll ausgewachsen und halten Ihre Führungsposition bis zu acht Jahre . Das Alpha - Männchen zieht dem Rudel voraus und bestimmt die Marschrichtung . Das Alpha - Weibchen hält sich dabei in Seiner Nähe .

Betawölfe

Ein Beta - Männchen zieht den Kopf und Schwanz in Anwesenheit eines Alpha - Wolfs ein und demonstriert damit seine Unterwerfung ( Bild 1 ) . Beta - Wölfe sind sozusagen die " stellvertretenden Abteilungsleiter " im Rudel . Dem Alpha - Pärchen untergeben , aber noch über den anderen Rudelmitgliedern stehend .

Untergebene Wölfe

Normalerweise jüngere Wölfe , manchmal aber auch ehemalige Alpha - Wölfe , die Ihre Führungsposition verloren haben . Diese im Rang niedriger stehenden Wölfe spielen eine wichtige Rolle bei der Aufzucht und dem Füttern der Welpen . Im Umfeld der Höhle sind Sie von den wirklichen Eltern nur schwer zu unterscheiden . Die Anzahl der überlebenden Welpen hängt oft allein von der zusätzlichen Fürsorge der untergebenen Wölfe ab .

Omegawolf

Bei einem grösseren Rudel wird oft ein Wolf untersten Ranges zur Zielscheibe der angestauten Aggressionen . Omega - Wolf genannt , scheint dieser Wlof eine Art " Sündenbockfunktion " einzunehmen . Manchmal wird Er wie ein Aussätziger behandelt . Dieses Verhalten dient auch der besseren regionalen Verteilung der Wölfe . Häufig versucht der ausgestossene Wolf nämlich , um der Misshandlung am unteren Ende der Rangordnung zu entgehen , ein neues Rudel zu gründen . Ein solcher Sündenbock ist an dem glatt gelegten Fell , seinen angelegten Ohren und dem tief zwischen den Läufen eingezogenen Schwanz zu erkennen .

 
Bild 1 : Rutensignale des Wolfs
1. Vertauen
2. Drohung mit Selbstvertauen
3. Selbstsichere Haltung ( Alphawölfe )
4. Normale Haltung
5. Drohend , aber unsicher
6. Normale Haltung . z.B. bei der  Nahrungsaufnahme
7. Entmutigung
8. Drohung , Verteidigungsbereitschaft
9. Aktive Unterwerfung , Schweifwedelnd
10. Totale Unterwerfung ( Omegawölfe )

Es ist nun allerdings keineswegs so , dass alle Rudelmitglieder dem 
Alpha - Paar " sklavisch untergeben " sind . Jedes Rudelmitglied hat natürlich seinen eigenen Willen . Nach neusten Erkenntnissen soll es auch beim Fressen keine hirarchische Rangordnung geben . Im gemeinsamen Spiel unter den Rudelmitgliedern erlaubten die Alpha - Tiere auch schon mal eine
" Missachtung " der bestehenden Rangordnung und auch die jüngeren Tiere dürfen manchmal ein wenig " über die Strenge schlagen " . Für Rüden und Hündinnen existieren zwei getrennte Rangordnungen im Rudel . Normalerweise kämpfen auch nur Hündinnen mit Hündinnen und Rüden mit Rüden um die Rangordnung miteinander . 
 
 
 
 
 
Rangordnungskämpfe 
 
 
Hin und wieder kann es auch zu Kämpfen um die Rangfolge im Rudel kommen . Jüngere Tiere können versuchen , die bestehenden
" Machtverhältnisse " zu Ihren Gunsten zu verändern . Wölfe versuchen , ernsthaften Beissereien aus dem Weg zu gehen und so spielen sich die Machtkämpfe normalerweise durch Droh- und Unterlegenheitsgesten ab
( Bild 2 ) . Häufig gibt das schwächere Tier schon vor einem ernsthaften Kampf nach , legt sich auf den Boden und bietet dem Sieger die Kehle dar . Beim Sieger wirkt jetzt eine Aggressionshemmung . Mit der Unterwerfung des Verlierers ist der Machtkampf beendet .
 
 
 
 

Bild 2 : Gesichtsausdrücke des Wolfs

1. Ruhe , Entspannung
2. Aufmerksamkeit , Interessiertheit ; die Ohren sind aufgestellt
3. Unsicherheit , Angst ; die Ohren sind angelegt , die Lefzen etwas hochgezogen . Flucht oder Angriff : Beides ist möglich
4. Angst , beginnende Aggression ; die Ohren liegen flach am Kopf , die Lefzen sind zurückgezogen
5. Angriffs bereitschaft ; die Ohren sind aufgestellt , die Lefzen stark zurückgezogen
6. Unmittelbar vor dem Angriff ; die Ohren sind nach vorn gerichtet der Fang geöffnet 

Manchmal kommt es aber doch zu ernsthaften Auseinandersetzungen und Beisserreien zwischen den Rudelmitgliedern . Wenn beide Tiere nicht nachgeben wollen , kann es zu ernshaften und blutigen Kämpfen kommen . Normalerweise merkt aber auch hier ein Tier rechtzeitig , wenn es unterlegen ist und beschwichtigt denn den stärkeren Gegner mit Unterwürfigskeitsgesten . Zu Kämpfen mit tödlichem Ausgang kommt es extrem selten .

             

Die Körpersprache der Wölfe

Die sichtbaren Kommunikationssignale der Wölfe basieren hauptsächlich auf Körpersprache .  Wie der Mensch und der Hund , bringen auch Wölfe Ihre Gefühle durch verschiedene Gesichtsausdrücke zum Ausdruck . Deswegen spielen die Gesichtsmerkmale in der Kommunikation der Wölfe eine grosse Rolle . Menschen lachen , wenn Sie glücklich sind und Hunde setzen manchmal ein " Glücksgesicht " auf . Der frohe Gesichtsausdruck der Wölfe oder Hunde besteht aus einem offenen Maul , heraushängender Zunge und nach vorne gerichteten Ohren . Die Gemütszustände , die ein Wolf durch Körpersprache ausdrücken kann , sind Misstrauen , Drohen , Angst und Unterwürfigkeit . Die Drohgebärden unterscheiden sich erheblich von den freundlichen Gesten . Das drohende Tier - ob Hund oder Wolf - rümpft die Nase , öffnet das Maul , bleckt die Zähne und richtet die Ohren voll auf ( Bild 2 und 3 ) . Dies wird mit einem Knurren und Fauchen unterstrichen . Der bedrohte und verängstigte Hund oder Wolf setzt dagegen ein grundverschiedenes Gesicht auf . Das Maul bleibt geschlossen , Er legt die Ohren an und heult . Ein sehr häufiger Gsichtsausdruck des Alpha - Wolfs ist der Starrblick . Der Starrblick dient dem Alpha - Wolf zur Kontrolle der unteren Ränge . Ein Alpha - Wolf braucht einen Wolf unteren Ranges bloss mahnend anstarren ; der andere Wolf wird sich sogleich geduckt davonschleichen .

 
Bild 3 : Drohend , knurrender Wolf
Trotz der furchterregenden Zähnefletscherei ist auch ein drohender Wolf immer zwischen Angriffsbereitschaft , Unsicherheit und Angst gefangen . In den meisten Fällen werden Sreitigkeiten alleine durch solche Drohgebärden geregelt . Jeder Wolf will nach Möglichkeit ernsthafte Auseinandersetzungen und Verletzungen vermeiden .Die Drohgebärde im Bild schwankt zwischen Angst , Aggression und Angriffsbereitschaft 
( Punkt 4 und 5 in Bild 2 )

Wolf und Hund kommunizieren auch durch bestimmte Körper- und Schwanzstellungen . Ein drohender Wolf zum Beispiel knurrt nicht nur und bleckt seine Zähne . Er versteift auch seine Schultern , stellt seinen Schwanz hoch und bläht sich regelrecht auf um grösser zu wirken . Umgekehrt verzieht der bedrohte Wolf sein Maul zu einem defensiven Grinsen , duckt sich , zieht seinen Schwanz ein und kauert sich auf dem Boden , um kleiner zu erscheinen .

              

Die Lautsprache der Wölfe

Heulen

Am bekannntesten ist das Wolfsheulen . Wenn mehrere Wölfe heulen , harmonisieren Sie den Klang , so dass der Eindruck erweckt wird , als ob viel mehr Wölfe am Geheul teilnehmen , wie es wirklich sind . Wölfe können auch im Sitzen oder im Liegen heulen . Offensichtlich dient das Wolfsgeheul dem Rudel , vor allem vor und nach der Jagd , als Rufzeichen , sich zu versammeln . Ferner wird es im Umfeld der Höhle als Alarmzeichen benutzt , ausserdem als Signal in einem Schneesturm und während des Aufenthalts in Fremdgebieten oder einfach als Kontaktruf über grössere Entfernungen . Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür , dass Wölfe den Mond anheulen oder bei Vollmond mehr heulen als sonst .

 

Wolfsrudel beim Heulen

Das Heulen dient verschiedenen Zwecken . Häufig scheinen Wölfe aber auch nur aus 
" Spass an der Sache " zu heulen . Besonders vor und nach der Jagd . Offensichtlich dient das Heulen auch dem Zusammenhalt des Rudels und der " akustischen " Reviermarkierung um anderen Wölfen mitzuteilen : " Halt ! Hier ist unser Revier !

 

( Auch unsere Hunde , die ja vom Wolf abstammen , können lange und ausdauernd Heulen . Unsere eingenen Schäferhunde Heulen , sollte von irgendwo Feuerwehrsirenen zu hören sein . )

Bellen

Wölfe bellen kaum . Wenn Sie bellen , so sind nur leise Wuff - Töne vernehmbar , wogegen ein Hund laut kläfft . Wölfe geben nur kurze , leise ausgestossene Wuffs von sich , zum Beispiel , wenn ein Fremder sich der Höhle nähert . Das Bellen dient in diesem Fall als Hilferuf , um das Rudel im Revier über die Gefahr bei der Höhle zu unterrichten . Allerdings können Wölfe , die zusammen mit Hunden aufgewachsen sind , durchaus häufiger bellen und weit weniger heulen als Ihre wilden Verwandten .

Knurren

Das Knurren ist häufig bei der Futteraufnahme und den dabei vorkommenden Streitereien zu hören . Es dient der Selbstbehauptung innerhalb der Gemeinschaft und ist , wie das Bellen , eine Drohgebärde . Es wird aber eher von den spielenden Welpen gebraucht . Sie knurren , wenn Sie an der Halskrause eines liegenden Wolfs zerren und versuchen sogar manchmal , mit Ihrem Knurren einem Erwachsenen Wolf das Fressen streitig zu machen . Eine besondere Art des Knurrens fängt mit einem hohen Jaulen an und endet meist mit einem Sprung nach vorn . Es wird eingesetzt , wenn ein Wolf nach einem anderen schnappt . Verhaltenswissenschaftler haben vor allem das Jaulen und die gemeinschaftlichen Winseltöne der Wölfe als interessante Forschungsgebiete entdeckt . Bei Ihrer Forschungsarbeit stellten Sie fest , dass diese Laute von den Wölfen eingesetzt werden , um Vertrautheit und Intimität auszudrücken , zum Beispiel beim Grüssen , Füttern , Spielen oder in ähnlichen Situationen .

              

Ernährung und Jagdtaktiken der Wölfe

Beutearten

Wölfe jagen , wenn es kein Grosswild gibt , gezwungenermassen auch Kleintiere . Eine wichtige Nahrungsquelle sind Biber . Einige Wölfe gehen auf Hasen und Eichhörnchen als Beute über . Andere wiederum suchen sich Enten , Gänse und andere Vögel . Wenn ein Wolf nichts anderes findet , frisst Er selbst Mäuse . Solche Kleinbeute spielt auch bei der Aufzucht der Welpen eine wichtige Rolle . Die jüngeren und in der Jagd auf Grosswild noch unerfahrenen Rudelmitglieder sind nämlich , sobald die Welpen grösser werden und vorrangig gefüttert werden müssen , darauf angewiesen , sich selbst zu versorgen . Wölfe machen allerdingst bevorzugt Jagd auf grössere Beutetiere . Sie jagen vor allem Rotwild , Hirsche oder Steinböcke . Wegen Ihrer Grösse sind diese Tiere natürlich schwieriger zu erbeuten . Sie sind häufig sehr flink , zum Teil sogar gewandte Kletterer . Fast alle können sich auch gut verteidigen . Hirsche und Rehe z.B. können durch Tritte mit Ihren harten Hufen die Knochen eines Wolfs brechen . Steinböcke und Moschusochsen sind ebenfalls von Natur aus aggressiv und sehr stark . Wölfe bevorzugen Ihnen gegenüber eher den Elch als Beute . Im Durchschnitt wiegt ein Elchbulle über 500 kg die Schulterhöhe kann bis zu 1.90 m betragen . Ein Elch kann mit einem Huftritt einen Wolf töten . Daher suchen sich die Wölfe lieber lahme , kranke oder vom Tiefschnee in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkte Elche . Wölfe erjagen nicht immer die ausgewählte Beute . Genaugenommen schlägt der grösste Teil Ihrer Versuche fehl . Wohl erreichen Wölfe bei der Verfolgung eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 65 km/h , lassen aber oft schon nach tausend Metern von der Beute ab .

 
Die Jagd ist diesesmal glücklich ausgegangen : Dieses Wolfsrudel hat einen Hirsch erlegt und kann sich - vielleicht das erstemal seit Tagen oder gar Wochen - richtig satt fressen .
Wölfe sind keineswegs immer die Sieger auf einer Jagd : Nur etwa 10% der Jagdversuche auf Grosswild führen zum Erfolg .
In härteren Zeiten oder wenn das Jagdglück auf Grosswild ganz ausbleibt , müssen sich die Wölfe mit Kaninchen , Hasen , Vögel oder gar Mäusen zufrieden geben .
 

Wenn es kaum etwas zu fressen gibt , kann sich der Wolf auch mit Beeren , Wurzeln und anderer pflanzlicher Kost lange Zeit " über Wasser halten " . Tatsächlich ist der Wolf in erster Linie zwar ein Fleischfresser , aber Er ist auch auf Vitamine und andere wichtige Bestandteile pflanzlicher Nahrung angewiesen . In erster Linie holt Er sich aber diese wichtigen Nahrungsbestandteile aus den vorverdauten Pflanzenresten in den Mägen seiner Beutetiere . Es gibt sogar Wölfe , die sich auf Fischfang spezialisiert haben . Vielleicht haben Sie sich diese Jagdtaktik von den Bären abgeschaut . Aas wird , sofern es nicht schon zu weit vergammelt ist , ebenfalls nicht verschmäht .

            

Jagdtaktiken

Als Rudeltier arbeiten Wölfe auf der Jagd im Team zusammen . Je nach Gelände und Beuteart verwenden Sie verschiedene Jagttaktiken . Wenn genügend Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind , versuchen Sie Ihre Beute einzukreisen , um Sie dann gemeinsam anzugreifen oder sich gegenseitig zuzutreiben . Aus Tierherden suchen Sie sich meist alte , schwache oder verletzte Tiere aus und versuchen Sie von der Herde zu trennen . In deckungsarmen Gebieten führt meist nur die Hetzjagd zum Erfolg . Ein von der Herde abgetrenntes Tier wird vom gesamten Rudel verfolgt . Häufig wechseln sich die Wölfe an der Spitze ab , so dass sich das bisherige " Leittier " ein wenig erholen kann . Im tiefen Schnee hat diese Taktik einen weiteren Vorteil . Der vordere Wolf spielt sozusagen den " Schneepflug " und macht den Weg für das nachfolgende Rudel frei . Besonders hier muss der zuvorderst laufende Wolf öfters von einem Kollegen abgelöst werden , da das Laufen im Tiefschnee sehr kräftezehrend ist .

 
Mittelgrosse Tiere wie z.B. Rehe , werden fast immer von der Seite her angegriffen , am Hals gepackt und zu Fall gebracht .
Der Wolf hält das Opfer zu Boden gedrückt und tötet es durch einem mehrere Minuten dauernden Biss in die Gurgel .

Je nach Verteidigungstaktik der Beute und der Topographie des Jagdgebietes wird der Angriff abgestimmt . Flüchtendem Wild wird kurz und schnell nachgesetzt . Dabei kommt es häufig zur Arbeitsteilung im Rudel . Während einige das Wild treiben  , lauern andere im Hinterhalt . Ist die Beute dann erschöpft , haben die im Hinterhalt lauernden Wölfe oft leichtes Spiel mit dem Opfer . Sehr grosse Beutetiere , wie Elche oder Bisons werden oft auch tagelang belauert . Die Rudelmitglieder lösen sich dann im " Wachdienst " und in der
" Freiwache " , dem Schlaf , ab . Das Beutetier bekommt überhaupt keinen Schlaf und erschöpft immer mehr . 
Wenn die Beute erschöpft oder erreicht ist , versuchen die Wölfe , besonders bei grossen Tieren , das Opfer erst einmal zu verletzen , um es weiter zu schwächen . Ein eingekreistes Tier wird häufig von allen Seiten gleichzeitig attackiert . Häufige Angriffspunkte sind die Beine , um die Sehnen zu zerreissen , die Kehle und der Hals , die Bauchunterseite , um die Bauchdecke aufzureissen und oft wird versucht , das gestellte Opfer am empfindlichen �ser zu packen und durch Drehen und Zerren zu Boden zu ringen . Die Beute kann sich immer nur nach einer Seite zur Wehr setzen und während einige Rudelmitglieder das Tier ablenken , versuchen die anderen es zu packen und zu Fall zu bringen . Liegt die Beute erst einmal am Boden , wird sie festgehalten und zerrissen . Dies kann mehrere Minuten dauern und wirkt auf den ersten Blick brutal , doch ist auch zu bedenken , dass sich auf jeder " Grosswildjagd " auch die Wölfe in grosser Gefahr begeben . Ein durch Huftritte schwer verletzter Wolf mit eventuell sogar gebrochenen Knochen ist verloren .
Eine weitere Jagdstrategie , die nicht nur die Wölfe nutzen , sondern wohl auch die Seinzeitmenschen schon genutzt haben , ist die Langzeitjagd . Diese Jagdtaktik bewährt sich gegen Wiederkäuer , wie z.B. Hirsche . Ein Hirsch ist schnell und kräftig , aber sein Ernährungssystem und sein komplizierter Verdauungsapparat hat einen ( für Ihn als gejagtes Beutetier ) gravierenden Nachteil : Er muss seine pflanzliche Nahrung in bestimmten Zeitabständen wieder hochwürgen und erneut mit dem Gebiss zerkleinern . Dieses Wiederkäuen kann nur in Ruheposition durchgeführt werden , also im Liegen oder Stehen . Wird ein Hirsch nun über Stunden oder Tage durch eine ruhige , aber lang andauernde Jagd ( der Hirsch wird am Ruhen gehindert ) daran gehindert , wird das nur teilweise zerkleinerte Grünfutter bald zu Koliken und damit zu Schmerzen führen . Das geschwächte Tier kann sich dann kaum noch verteidigen und wird zur leichten Beute .
 
 
Nach dem die Verteidigungsstrategie der Moschusochsen ( Bilden einer Burg , in deren Mitte sich geschützt die Kälber befinden ) nach stundenlangem Belauern und unzähligen Angiffsversuchen endlich zusammen gebrochen ist , zielt die Strategie dieser Wölfe auf das Moschusochsenkalb im roten Kreis . Sie treiben Es auf einen wartenden Wolf ( oben ) zu , um Es in " in die Zange " zu nehmen .

Dies sind einige Jagdtaktiken , denn die Jagdtaktik der Wölfe  gibt es nicht . Je nach Geographie , Jahreszeit , Beuteart usw. werden auch noch andere Strategien und Taktiken angewandt . Obwohl die Grundkomponenten des Jagens und Beutemachens dem Wolf angeboren zu sein scheinen , lernen die jungen Wölfe die Feinheiten der Jagd erst im Rudel .

             

Paarung und Aufzucht der Welpen

Paarungsverhalten

Während der Paarungszeit wenden sich die Alpha - Wölfe einander besonders zu . Sie schlafen dicht beieinander und das Männchen hält sich immer in der Nähe des Weibchens auf . Beide Alpha - Wölfe schrecken etwaige Rivalen mit Drohgebärden und Knurren ab . ( Es ist allerdings immer noch nicht genau geklärt , ob sich wirklich nur das Alpha - Paar vermehren darf , oder auch andere Rudelmitglieder Welpen werfen . ) Unter sich tauschen die Alpha - Wölfe Zärtlichkeiten aus . Oft sondern sich die zwei Wölfe zur Paarung für ein paar Tage vom Rudel ab . Manchmal versuchen Rivalen , an der Paarung teilzunehmen oder anderweitig zu stören . Während der Paarungszeit herrscht grosse Anspannung im Rudel . Ist sie vorbei , kehrt im Rudel wieder die gewohnte Geselligkeit ein . Nun konzentriert sich das Rudel auf die Suche nach einer geeigneten Höhle für das geschwängerte Alpha - Weibchen .
Weibliche Wölfe haben ein kompliziertes Paarungsverhalten und einen komplexen Hormonhaushalt . Ein älteres Weibchen ( auch Hunde ) kann z.B. alle Merkmale einer Schwangerschaft zeigen , ohne wirklich schwanger zu sein . In dieser Pseudoschwangerschaft produziert es auch Muttermilch und kann die Jungeneines anderen Weibchens säugen .
Die Schwangerschaft dauert , von der Befruchtung bis zur Geburt , ungefähr
63 Tage . In dieser Zeit putzt das Rudel die Stammhöhle , sucht nach einer neuen Höhle oder hilft dem Alpha - Weibchen , eine Höhle zu graben . Der Standort dieser Kinderstube befindet sich auf einer Anhöhe , um das Umfeld besser überblicken zu können und in der Nähe einer Wasserquelle , da sich das Weibchen nach der Geburt Ihrer Welpen nur ungern weit von der Höhle entfernt . Der Eingang zur Höhle ist recht klein und erlaubt nur dem schwangeren Muttertier den Zugang . Die Eingangsröhre ist 1 bis 6 m lang und mündet in eine leichte Ausbuchtung , in der sich die eigentliche Kinderstube befindet .
 
               

Aufzucht der Welpen

Ein Wurf kann fünf bis vierzehn Welpen umfassen , im Durchschnitt sind es sechs . Die Neugeborenen sind blind , taub , haben wolliges Fellhaar , weiche Schlappohren und wiegen etwa 500g . In den ersten Wochen Ihres Lebens können die Welpen Ihre Körpertemperatur noch nicht selber regeln und müssen von der Mutter gewärmt werden . Etwa zwei Wochen nach der Geburt öffnen Sie die Augen und beginnen zu laufen . Nach drei Wochen können Sie hören und verlassen zum ersten Mal die Höhle , um am Eingang zu spielen . Die Augen sind anfangs blau und werden später gelb , grau oder braun .

           

 

Bild links : Wölfin mit Welpen . Vorsichtig werden die kleinen Fellbündel im Maul getragen .

Bild rechts : Wölfin am Eingang Ihrer Welpenhöhle . 

 
 

 

   

Wolfs - Eltern sind die vielleicht besten Eltern im Tierreich , allerdings werden die Welpen nicht " automatisch " gefüttert : Nach neuen Erkenntnissen müssen die Welpen aktiv durch Demuts- oder Unterwürfigkeitsgesten bei den erwachsenen Wölfen um Futter betteln . Das steigert auch die Bindung der aufwachsenden Welpen an Ihre Mutter und Ihr Rudel . Die Wolf - Mutter bleibt dicht bei den Welpen . Sie braucht Sie normalerweise auch nicht zur Nahrungssuche verlassen , da der Vater und die anderen Familienmitglieder das Futter bringen . Wölfe schaffen das Futter aus einem Umkreis von ca. 30 km herbei .

                       

         

Der Wolf und der Hund

Eine Crow Frau war dabei , Wurzeln zu suchen , als ein Wolf vorbei kam .
Der Hund der Frau rannte sofort auf den Wolf zu und sagte " He , was willst Du denn hier ? Hau ab ! Du willst ja nur das haben , was ich auch habe ! "
" Was hast Du denn schon ? " antwortete der Wolf . " Dein Besitzer schlägt Dich , tritt Dich und wenn Du versuchst , Ihm ein Stückchen Fleisch zu stehlen , zieht Er Dir was mit dem Knüppel über`s Fell ! "
" Aber sehr oft gelingt es mir , das Fleisch zu stehlen ! " hielt der Hund dagegen . " Du hast nichts , was Du stehlen kannst . "
" Ha ich fresse wann ich will ! " spottete der Wolf . " Und niemand quält mich ! "
" Was frisst Du denn schon ? Du streunst herum , wenn die Männer die Büffel erlegen und bekommst immer nur das , was übrig bleibt . Du hast Angst , näher zu kommen , sitzt herum mit stinkendem Fell und pulst Dreckbälle aus Deinem Schwanz . "
" Nun höre sich einer diesen Hund an ! Erzählt hier herum , mit verschmierten Essensresten im Gesicht ! " lachte der Wolf .
" Tja , immer wenn ich in`s Lager komme , gibt mir mein Besitzer was gutes zu fressen ."
" Wenn Dein Besitzer Nachts rausgeht , um sich zu erleichtern , schleichst Du hinterher und bekommst nur das , was Er weg wirft . Mehr gibt`s  für Dich doch nicht ! "
" Das ist schon ok . Die Menschen essen nur die besten Teile ! "
" Da bist Du also auch noch stolz drauf ? "
" Hör zu , immer wenn meine Leute Fleisch braten , riechst  Du es und schleichst um`s Lager und heulst . Ich habe echt Mitleid mit Dir ! "
" Wann hat Dein Besitzer Dich denn schon mal das machen lassen , was Du wolltest ? " fragte der Wolf .
" Ich schlafe im warmen , mein Besitzer streichelt mich und kratzt mir die Ohren und Du ..... "
In diesem Moment kam die Crow Frau mit Ihren Wurzelbündel wieder , schlug den Hund mit einem Stock auf den Rücken und ging Richtung Lager . Unterwürfig folgte Ihr der Hund und rief dem Wolf hinterher : " Du bist ja nur neidisch auf mein gutes Leben , das ist Dein Problem ! "
Und der freie Wolf zog sich in den Wald zurück , keinen Teil dieses Hundelebens mögend .
 

           

 

  

 

 
  
 

 

 

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